Partneranlass: Mani Matter 1936–1972

Donnerstag, 9. August 2012 17:45, Forum der Schweizer Geschichte, Hofmatt, Schwyz
Referenten/innen: Führung mit Frau Amuat, Museumspädagogin

Präsident Alois Knüsel begrüsst die trotz Sommerferien zahlreich erschienen Interessierten und übergibt mit Spannung auf das Kommende das Wort weiter an Frau Amuat. Diese holt uns Anwesenden mit der Erklärung des persönlichen Bezugs von Mani Matter zu Schwyz, im besonderen zum Schwyzer „Schoggimann“ Max Felchlin ab. Noch kurz vor seinem tödlichen Unfall war er beim befreundeten Ehepaar Felchlin zu Besuch. Sie betont, dass Matter trotz frühem Tod ein dichtes und vielseitig engagiertes Leben hatte. So halt der letzte Satz seiner unvollendeten Habilitation nach, dass ein Mensch, sich selber treu sein muss. Der grösste Beitrag, den er zum Staat leisten kann, ist die Anstrengung seines moralischen Urteils.

Mani Matter ist auch, 40 Jahre nach seinem Tod, einer der populärsten Mundartdichter und Liedermacher der Schweiz. Mit seinem Witz, seiner Fantasie und seiner sprachlichen Gewandtheit gehört er zu den grossen Schweizer Künstlern des 20. Jahrhunderts. Der Berner hat ein herausragendes Liedgut hinterlassen, von dem bis heute Coverversionen produziert werden. Längst sind seine Titel auch zu Volksliedern geworden – gesungen im Schulunterricht und beliebt quer durch alle Generationen.

Unterstützt durch Frau Amuats Erklärungen und den uns allen verteilten iPads zum individuellen Stöbern, führt uns die Ausstellung im Forum Schweizer Geschichte entlang der wichtigsten Stationen und Themen des Lebens von Mani Matter. In inszenierten Räumen, die die Inhalte seiner berühmtesten Lieder aufnehmen, werden seine Biografie, seine berufliche Tätigkeit als Jurist, seine Erfolge als Liedermacher, sein poetisches Werk und politisches Engagement sowie sein viel zu früher Tod thematisiert. Stellvertretend für viele unvergessene Lieder stehen beispielsweise ein Eisbär (Eskimo) ein Eisenbahnabteil (Ir Ysebahn) oder ein Coiffeurstuhl (Bim Coiffeur). So wurde Matter seinerzeit durch eine Ferienreise nach Tunesien zur Schaffung des Lieds Dr Sidi Abdel Assar von El Hama, angeregt. Von diesem existieren heute zahlreiche Coverversionen.

Vielen ist Matter nicht nur bekannt als begabter Liedermacher, sondern auch als Lyriker, kritischer und unkonventioneller Denker sowie politisch engagierter Intellektueller. Die Ausstellung präsentiert in gelungener Atmosphäre auch Liedtexte, Fotografien, Briefe und Notenblätter. Die Stücke selber stammen aus seinem künstlerischem Nachlass, der heute im Schweizerischen Literaturarchiv untergebracht ist. Es sei dieser Institution und vor allem auch Joy Matter zu verdanken, dass die Ausstellung zustande kam.

Durch die kompetente Führung von Frau Amuat und nicht zuletzt dank den idealen Kulissen war eine Annäherung an die Person von Mani Matter und sein Schaffen möglich. Die Ausstellung kann allen Interessierten wärmsten empfohlen werden. Individualisten können auch auf der Homepage von Mani Matter www.manimatter.ch vieles nachlesen oder mithören.

Unsere Programmchefin Ady Riedweg überreicht Frau Amuat als herzliches Dankeschön für die Führung und in Anknüpfung der besonderen Freundschaft ein süsses „Felchlin-Present“. Wir geniessen anschliessend den stimmigen Sommerabend bei einem erfrischenden Apéro und dem darauf folgenden bekömmlichen Nachtessen.

 

 

Rot. Corinna Strickler

 

 

Partneranlass vom 9. August 2012

Dokumente im Anhang